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Baby Erste-Hilfe-Kurs Erfahrungsbericht

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Bei der Frage, ob wir einen Erste-Hilfe-Kurs für Babys machen, waren wir uns schnell einig. Wir haben uns am Ende für einen Kurs entschieden zu dem wir beide konnten und bei dem wir unseren Kleinen auch mitnehmen konnten. Hat es sich gelohnt? Ein kurzer Erfahrungsbericht.

Bei der Frage, ob wir einen Baby Erste-Hilfe-Kurs besuchen, gab es eigentlich keine zwei Meinungen bei uns. Unser vorheriger Erste-Hilfe-Kurs resultierte aus der Vorbereitung zum Führerschein – und erstens konnte ich mir nicht vorstellen die lapidaren Anweisungen beim Umgang mit Notfällen rund ums Auto auch an meinem kleinen Jungen umzusetzen – und zweitens war mit der Kurs eher anekdotenhaft im Gedächtnis. Also: Ein Erste-Hilfe-Kurs für Babys!

Kriterien: Die Suche nach dem Erste-Hilfe-Kurs

Bei der Suche nach einem Kurs war uns wichtig nicht unbedingt durch ganz Hamburg fahren zu müssen und dass wir ihn zusammen machen können – und daher auch gleich unser Kind mitbringen können. Zudem fand ich wichtig, dass der Kurs von einem Profi gegeben wird – in diesem Fall also nicht einfach einer Person mit Rettungssanitäter Hintergrund, sondern einer erfahrenen Kinderkrankenschwester. Gelandet sich wir bei der Kinderfee Hamburg, die solche Kurse anbietet. Der Preis lag bei 95 Euro für Paare für einen fünfstündigen Kurs von 9 Uhr bis 14 Uhr. Die Kursleiterin ist Tina Tappehorn, die auf reichlich Erfahrungen als Kinderkrankenschwester zurückblicken kann.

Der Kurs war nicht zu groß – etwa 9 Paare hatten sich angemeldet und ihre Kinder mitgebracht. Die Altersspanne der kleinen lag zwischen 7 Wochen und 18 Monaten. Und um es vorweg zu nehmen: die Anwesenheit der Kinder waren überhaupt kein Problem. Alle haben sich echt gut benommen – unser Kleiner hat den Großteil verschlafen. Aber gut: er sollte ja auch nichts da lernen, sondern Nathalie und ich.

Kursinhalte: Beamtung, Beulen & Panik

Der Kurs startete bei der Erkennung eines Notfalls und wie man darauf reagiert, ging über Fremdkörperaspiration, Giftunfälle sowie blutende Verletzungen und endete bei Ertrinkungsunfällen. Bei so einer Fülle von Themen in 5 Stunden geht es natürlich nicht darum einen Rettungssanitäter aus jedem einzelnen Kursteilnehmer zu machen. Tatsächlich liegt der Schwerpunkt in Zerstreuen von Bedenken oder Mythen und in der Vermittlung von Routinen, die im Ernstfall helfen. Wie setzt man einen Notruf richtig ab? Wie beatme ich mein Kind? Und das hat in diesem Erste Hilfe Kurs für Babys sehr gut geklappt.

Ein zentrales Konzept zur Erkennung der Schwere des Notfalls: Ansprechen – Anfassen – Atemkontrolle. Wenn ein Kind sich ansprechen lässt oder zumindest auf Berührungen reagiert, dann kann die Atmung erleichtert werden, indem man Jugendlich oder ältere Kinder in die Seitenlage legt oder Babys auf den Bauch mit einer seitlichen Kopflage dreht. Ruhig mit dem Kind zu sprechen, hilft dabei nicht nur die eigene Panik in den Griff zu bekommen, sondern auch das Kind noch bei Bewusstsein zu halten. Wenn keine Atmung mehr vorhanden ist, gilt es Erstbeatmung und Herzdruckmassage durchzuführen. Bei Babs reichen zwei Atemstöße durch den Mund (den Kopf des Kindes dabei etwas nach hinten drehen) und 30 Herzdruckmassagen mit beiden Daumen oder Zeigefingern in der Mitte zwischen den Brustwarzen. Und dazu sei gesagt: Es ist eine Druckmassage, keine Babymassage. Also auf die Knie und aus den Hüften auch mit Druck arbeiten. Geübt wurde das ganze an kleinen Dummies – ein bisschen Überwindung ist tatsächlich dabei, wenn man den Brustkorb bearbeitet.

Besonders interessant fand ich aber noch den Themenblock zu Giftunfällen bei Säuglingen und Babys. Die Gefahr geht dort weniger von Pflanzen in der Wohnung oder im Garten aus – eine wirklich lebensgefährliche Vergiftung ist hier fast ausgeschlossen. Die größte Gefahrenquellen sind Medikamente im Haushalt. Im Vergiftungsfall übrigens auf gar keinen Fall ein künstliches Erbrechen z.B. mit Salzwasser herbeiführen – das könnte im Zweifel sogar eine größere Gefahr für das Leben sein als die Vergiftung selbst. Ein Fun Fact: die meisten Vergiftungen passieren im Teenager-Alter mit Alkohol. Die anderen Kursinhalte gebe ich hier mal nicht im Detail wieder – aber hilfreiche Tipps gab es auch zur Reaktion beim Verschlucken von Kleinteilen sowie zu Beulen, Platzwunden, Nasenbluten und Sonnenbränden.

Soll ich also einen Erste Hilfe Kurs für Babys besuchen?

Deutschland ist in Sachen Erste-Hilfe ein Entwicklungsland. Viele trauen sich einfach nicht zu helfen – entweder aus Unsicherheit oder aus Angst die Verletzung noch schlimmer zu machen. Bei Säuglingen sind die Befürchtungen einen Zustand durch Erste Hilfe Maßnahmen noch zu verschlimmern, deutlich höher. Dabei – und das klingt jetzt abgedroschen – kann die Ersthilfe tatsächlich das Leben des Babys retten, da die Zeit bis zum Eintreffen des Krankenwagens überbrückt wird. Sei es nur zur Auffrischung und zur Beruhigung unserer Nerven: Also aus unserer Erfahrung ein sinnvoller Kurs für Eltern!

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