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Formalitäten & Papierkram zur Geburt

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Die heutige Kategorie: Dinge, die mehr Spaß machen als Anträge ausfüllen. Puh, die Liste wird lang! Aber es hilft nichts – einige Formalitäten müssen erledigt werden. Je früher desto besser.

Anträge über Anträge – unsere Erfahrungen

Stück für Stück werde ich hier über allen Papierkram schreiben, den man als werdende Eltern so hat. Angefangen von der Geburtsurkunde bis zum Elterngeldantrag. Let’s begin!

Vor der Geburt

Den ein oder anderen Antrag muss man schon vor der Geburt des Kindes erledigen.

Mutterschaftsgeld

In den letzten 6 Wochen vor Geburt gilt das Beschäftigungsverbot. Frühestens ab der 33. SSW stellt der Frauenarzt eine Bescheinigung für die Krankenkasse aus. Ein weiteres Formular wird vom Arbeitgeber ausgefüllt. Beide Schreiben an die Krankenkasse schicken und fertig.

Vaterschaftsanerkennung und Sorgerechtserklärung

Wer verheiratet ist, kann diesen Punkt überspringen. Für die unverheirateten Paare ist das aber ein Muss! Ansonsten hat man als Vater tatsächlich keine Rechte. Es gibt die Möglichkeit das über das Jugendamt zu regeln (für Hamburg kann man hier dann gleich auch das zuständige Jugendamt finden). Bei uns war der erste freie Termin allerdings nur 5 Tage vor dem ET. Da haben wir uns dann für Variante 2 entschieden: den Gang zum Notar. Nachteil an dieser Variante sind die höheren Kosten (die bei etwa 120 Euro liegen), allerdings übernimmt der Notar nach der Geburt auch noch ein paar weitere Aufgaben. Wer sich früh genug kümmert (oder in einer Stadt lebt in der das Jugendamt etwas weniger zu tun hat), der kann das über das Jugendamt also kostengünstiger erledigen.

Dazu benötigt ihr:

  • Geburtsurkunde von euch
  • Personalausweis von euch
  • Zustimmung der Mutter (sollte sie nicht beim Termin dabei sein)

Antrag auf Elternzeit

Den gibt es normalerweise bei Abeitgeber. Dort gebt ihr an wie lange ihr Elternzeit nehmen wollt (nicht zu verwechseln mit Elterngeld). Bei uns konnte darauf auch angegeben werden ab wann man wieder in Teilzeit (während oder nach der Elternzeit) arbeiten möchte – auch wenn dieser Teilzeitwunsch für den Arbeitgeber noch nicht bindet ist.

Nach der Geburt

Die folgenden Anträge werden erst nach der Entbindung relevant – man sollte sich aber vorher schon etwas damit beschäftigen. Nach der Geburt habt ihr nämlich wichtigeres zu tun als laufend Unterlagen zu kopieren oder Ämter anzuschreiben. Der frühe Vogel…naja, kennt ihr ja.

Beantragung der Geburtsurkunde

Das geht logischerweise erst nach der Geburt und oft hat das Krankenhaus alle erforderlichen Formblätter parat und übernimmt oft auch den Versand zum zuständigen Standesamt. Folgende Unterlagen kann man aber schon vor der Geburt vorbereiten – das ganze übrigens wieder aus der Sicht des unverheirateten Paares:

  • Personalausweiskopien beider Elternteile mit der letzten Meldeadresse
  •  Geburtsurkunden beider Elternteile: wenn man die nicht mehr hat so wie wir, dann kann man die für etwa 10 Euro bei dem Standesamt in seiner Geburtsstadt. Nach einer Anfrage per Mail in unseren jeweiligen Geburtsorten hat das überraschend schnell geklappt.
  • Geburtsbescheinigung des Krankenhauses
  • Formblatt mit vollständigen Namen: das bekommt man oft im Krankenhaushier bitte nicht verschreiben – ein Fehler hier lässt sich nicht mehr so einfach ausbügeln.
  • An eigene Adresse adressierter und ausreichend frankierter Umschlag: der wird in den Brief an das Standesamt gesteckt und damit erhält man dann seine Geburtsurkunden zurück.

Ein kleiner Tipp am Rande: man erhält für 12 Euro eine Geburtsurkunde (die man für Briefe an den Arbeitgeber kopieren kann) und vier Bescheinigungen für Elterngeld, Kindergeld, die Krankenkasse und für religiöse Zwecke. Zumindest in Hamburg steckt man das Geld einfach in bar in den Umschlag, der ans Standesamt geht.

Kindergeldantrag

Erfreulich einfacher Antrag. Dafür muss man einfach den Kindergeldantrag sowie die Anlage Kind ausfüllen. Kindergeld gibt es übrigens auch für den Monat der Geburt – also auch wenn euer Kind am 31.3. zur Welt kommt, gibt es das Kindergeld auch für den kompletten März. Nice to have.

Beide Anträge ausfüllen, Geburtsurkunde dazulegen und an die Familienkasse schicken. Eine kleine Fehlerquelle in Hamburg – die Adresse der Familienkasse entspricht nicht der Postadresse, an die der Kindergeldantrag geschickt wird.

Elterngeldantrag

Puh, da wird es wirklich nicht allzu leicht gemacht – weil der Antrag selbst nicht immer intuitiv verständlich ist und es eine ganze Reihe von Anlagen gibt. Nehmen wir mal den Fall an, dass ihr insgesamt 12 Monate plus 2 Vatermonate nehmen wollt und es euer erstes Kind ist.

Die folgenden Unterlagen werden benötigt:

  • Antrag auf Elterngeld (samt Steueridentifikationsnummer und Bankverbindung)
  • Erklärung zum Einkommen
  • Bescheinigung der Krankenkasse (Bescheinigung A): das ist ein Formblatt, das ihr ausfüllen könnt und das ihr zusammen mit der Geburtsurkunde für die Krankenkasse an eure Krankenkasse schicken könnt. Ihr erhaltet dann die entsprechend beglaubigte Bescheinigung A zurück, die dann zum Antrag für Elterngeld hinzugefügt wird.
  • Bescheinigung des Arbeitgebers (Bescheinigung B): Beliebter Fehler ist hier nur die Bescheinigung von einem Elternteil anzufügen. Wenn beide Elternteile Elterngeld beziehen möchten, dann ist dieser Antrag für jedes Elternteil einzureichen.
  • Kopie des Passes / Personalauweises: gilt für beide Elternteile – und bitte Vorder- und Rückseite kopieren.
  • Steuerbescheide des vorangegangenen Kalenderjahres: Steuererklärungen schiebt man ja gerne auf die lange Bank. Hier lohnt es sich aber die frühzeitig einzureichen, da man die Steuerbescheide für den Elterngeldantrag benötigt. Nobody says that it’s easy.
  • Lohn- und Gehaltsabrechnungen: hier braucht man die letzten 12 Monate (in vielen Formblättern steht „14 Monate“ aber auch Nachfrage war das nicht notwendig – schadet aber auch nicht die mit einzureichen).
  • Geburtsurkunde des Kindes für Elterngeldantrag: erhaltet ihr nach der Geburt vom Standesamt, wenn ihr die Geburtsurkunden beantragt habt.
  • Geburtsurkunde beider Elternteile

Für Hamburg findet ihr einige Vordrucke hier. Ihr könnt die gesammelten Werke dann per Post einreichen oder – und das war in diesem Fall die Variante, die ich gewählt habe – einmal beim zuständigen SDZ vorbeigehen und den Antrag kurz kontrollieren lassen. Im Zweifel erhaltet ihr bei fehlenden Unterlagen zwar auch noch Post vom SZD bzw. der Elterngeldstelle aber gerade bei Angaben bei denen man sich im Elterngeldantrag nicht sicher ist, ist das eine gut investierte halbe Stunde. Das Elterngeld wird dann in Anschluss an das Mutterschaftsgeld gezahlt. Allerdings nur maximal 3 Monate rückwirkend – daher hier nicht zu lange warten auch wenn der Antrag echt kein Spaß ist.

Bald gibt es übrigens das Elterngeld Plus – sehr schön zusammengefasste Informationen dazu, gibt es hier.

Krankenkasse

Die Krankenkasse ist ja eh schon frühzeitig über die Schwangerschaft informiert und zahlt ja auch vor der Geburt schon das Mutterschaftsgeld. Hier gilt es auch die Geburt anzuzeigen, um das entsprechende Mutterschaftsgeld für die Dauer des Mutterschutzes nach Geburt zu bekommen. Dazu gibt es auch wieder eine entsprechende Geburtsurkunde. Bei einer gesetzlichen Krankenversicherung der Mutter kann das Kind im Normalfall einfach kostenlos mitversichert werden (die sogenannte Familienversicherung). Hier vielleicht noch ein kurzer Exkurs.

Private vs. gesetzliche Krankenkasse für das Kind

Fall 1: ein Elternteil ist in der gesetzlichen KV, ein Elternteil in der privaten KV und ihr seid nicht verheiratet.

Ihr könnt wählen wie ihr das Kind versichern wollt. Bei einer privaten KV muss ein Beitrag für das Kind bezahlt werden  – je nach Leistung und Umfang des Versicherungsschutzes kann das auf jeden Fall ein dreistelliger Betrag pro Monat sein. Wir haben hier die Variante gewählt, dass der Kleine erst einmal über die Mutter gesetzlich versichert ist und eine Anwartschaft für die private Krankenversicherung besitzt. In unserem Fall kostet diese Anwartschaft 11 Euro pro Monat, hat aber enorme Vorteile, falls wir dann doch eines Tages heiraten sollten (erst dann kann eine solche Anwartschaft nämlich ohne erneute Gesundheitsprüfung in eine volle Mitgliedschaft umgewandelt werden). Bei verheirateten Paaren ist die Lage nämlich etwas anders.

Fall 2: ein Elternteil ist in der gesetzlichen KV, ein Elternteil in der privaten KV und ihr seid verheiratet.

Um einem beliebten Vorurteil entgegenzutreten: Nein, das Kind muss nicht in der privaten KV versichert werden. Allerdings kann es in diesem Fall auch nicht kostenlos in der gesetzlichen Versicherung versichert werden – der Beitrag für die freiwillige gesetzliche Krankenversicherung liegt bei 160 Euro pro Monat. Warum sollte man also sein Kind gesetzlich versichern? Erstens kann es sein, dass der Behandlungskatalog der gesetzlichen KV mehr abdeckt als die private KV (je nach Tarif und Gesellschaft). Zweitens kann die private Krankenversicherung eine Aufnahme des Kindes ablehnen, wenn es nicht direkt innerhalb von 6 Wochen nach der Geburt aufgenommen wird. Einer Ablehnung geht in der Regel eine Gesundheitsprüfung voraus.

Arbeitgeber

Es ist nicht nur nett den Arbeitgeber zu informieren, dass das Kind nun endlich da ist – der Arbeitgeber soll auch die Bescheinigung B des Elterngeldantrags ausfüllen und kann dazu auch noch eine ganz normale Kopie der Geburtsurkunde bekommen.

Vermieter

Hier gilt es anzuzeigen, dass nun ein zusätzlicher Bewohner in die Wohnung gekommen ist. Das ganze kann durch ein formloses Schreiben erledigt werden – wobei sich unsere Wohnungsverwalterin auch über die Karte zur Geburt sehr gefreut hat. Übrigens ist eine solche Information keine Grundlage für Mieterhöhungen und auch kein Kündigungsgrund.

Alle Informationen spiegeln übrigens nur unsere Erfahrungen wider. Da sich gesetzliche Grundlagen auch ändern können, ist das hier natürlich nur ein als Grundinformation zu verstehen. Sollten sich die Grundlagen komplett ändern, schreibt mir übrigens gerne.

2 Kommentare

  1. Eine sehr schöne Übersicht. Insbesondere den Kindergeld- und Elterngeldantrag sollte man frühzeitig stellen, denn die finanzielle Absicherung während der Elternzeit sollte einfach gegeben sein, damit man sich voll und ganz auf die ersten Monate mit dem Baby konzentrieren kann.

  2. Pingback: Geburtsurkunde von Prinzessin Charlotte

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